Mit dem Eu-SPRI ECR Award: Neue Perspektiven auf Soziale Innovation aus Manchester

Von April bis Juli 2026 war Dr. Katrin Bauer, Wissenschaftlerin an der Sozial­forschungs­stelle (sfs), Fakultät Sozialwissenschaften der TU Dortmund, für einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt am Manchester Institute of Innovation Research (MIOIR) der University of Manchester. Möglich wurde der Aufenthalt durch den Eu-SPRI Forum Early Career Researcher Circulation Award.
Auf Einladung des MIOIR arbeitete Katrin Bauer dort in Kollaboration mit Mabel Sanchez Barrioluengo. Im Mittelpunkt des Aufenthalts stand die Weiterentwicklung ihrer Forschung zu Social Innovation Orientation. Dabei geht es um die Frage, wie sich erfassen lässt, inwieweit Personen und Organisationen – insbesondere im öffentlichen Sektor – darauf ausgerichtet sind, Soziale Innovationen zu ermöglichen. Die Forschung knüpft an einen wichtigen Schwerpunkt der sfs an: die Analyse, Gestaltung und Ermöglichung Sozialer Innovationen in gesellschaftlichen Transformationsprozessen.
Während des Aufenthalts konnte Katrin Bauer ihre Skala zur Messung von Social Innovation Orientation mit Forschenden und Praktiker*innen in Manchester diskutieren und vorab testen. Dabei ging es unter anderem um die Verständlichkeit einzelner Items, die internationale Übertragbarkeit des Ansatzes und die Rolle unterschiedlicher institutioneller Kontexte. Ein besonderer Fokus lag zudem auf der Frage, wie Künstliche Intelligenz nicht nur als Effizienztechnologie, sondern als Teil einer ermöglichenden Infrastruktur für Soziale Innovationen verstanden werden kann.

Neben der Arbeit am Forschungsprojekt nahm Katrin Bauer an Workshops, Seminaren und Formaten zu Innovationspolitik, Evaluation und regionalen Innovationssystemen teil. Besonders relevant waren dabei der Austausch zu Policy Evaluation und ein Roundtable zu Regional Innovation Policy. Die Diskussionen eröffneten neue Perspektiven auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Greater Manchester und dem Ruhrgebiet, etwa mit Blick auf Strukturwandel, regionale Transformation, Co-Creation und die gesellschaftliche Wirkung von Innovation.
Der Blick auf Greater Manchester eröffnete zugleich Anknüpfungspunkte zum Ruhrgebiet als Heimatregion der TU Dortmund. Beide Regionen sind durch industrielle Vergangenheit, Strukturwandel und vielfältige Transformationsprozesse geprägt – auch wenn ihre institutionellen und politischen Kontexte unterschiedlich sind. Der Austausch in Manchester bot damit neue Perspektiven auf die Frage, wie regionale Innovationspolitik, öffentliche Akteure und lokale Netzwerke dazu beitragen können, Innovation gesellschaftlich wirksam zu gestalten.
Auch die R&D Management Conference 2026 in Manchester war Teil des Forschungsaufenthalts. Dort stellte Bauer Forschung aus dem Umfeld der Plattform für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen vor. In einer Session zum britischen Innovationsökosystem brachte die Studie Deutschland als Fallbeispiel ein und diskutierte, wie Soziale Innovationen an Hochschulen aufgegriffen werden.
Der mit dem Eu-SPRI ECR Award ermöglichte Aufenthalt am MIOIR lieferte wichtige Impulse für Katrin Bauers weitere Arbeit an der sfs. Die Skala zu Social Innovation Orientation wird nun weiterentwickelt, international geschärft und in ein wissenschaftliches Paper überführt. Für die Forschung an der sfs ist der Aufenthalt damit auch ein Beitrag zur internationalen Vernetzung im Feld Sozialer Innovationen, öffentlicher Innovationsprozesse und Wissenschafts-, Technologie- und Innovationspolitik.
Zum ausführlichen Bericht von Dr. Katrin Bauer über ihren Aufenthalt am MIOIR





