Cluster
Cluster 1: Innovative Lösungsansätze für pflegerische Versorgungsstrukturen (Modelle/Konzepte)
Donnerstag, 12. November 2026, 13:00–14:30 Uhr
Zum Cluster:
Im Cluster werden innovative Ansätze (Modelle/Konzepte) der pflegerischen Versorgung diskutiert. Im Fokus stehen Konzepte zur Sicherstellung der Versorgung im städtischen und ländlichen Raum, insbesondere integrierte, sozialraumorientierte und interdisziplinäre Versorgungsmodelle. Die hier versammelten Beiträge setzen einen Schwerpunkt im ländlichen Raum.
Leitfragen: Wie kann Pflege/Care im Sozialraum künftig bedarfsgerecht(er) gestaltet werden (Stadt/Land)? Welche Steuerungsinstrumente und rechtlichen
Rahmenbedingungen brauchen Kommunen für eine bedarfsgerechte, innovative Pflegeinfrastruktur? Welche Modelle werden in Wissenschaft und Praxis diskutiert und was
lässt sich aus erfolgreichen Modellprojekten lernen?
Vortrag 1: Nina Faltermayr: „Caring Communities – ein Ansatz zur Mitgestaltung sozialer Transformationen in ländlichen Räumen“
Nina Faltermayr ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät Sozialwissenschaften, Hochschule München. Sie schreibt ihre Dissertation über Caring Communities in ländlichen
Räumen mit besonderem Fokus auf den intergenerationalen Aspekt bei Nachbarschaftshilfe.
Vortrag 2: Anja Becker: Lamspringer Modell „Präventionslots*innen für ältere Menschen im ländlichen Raum“
Anja Becker ist Projektleiterin im Landkreis Hildesheim für das Lamspringer Modell „Präventionslotsinnen für ältere Menschen im ländlichen Raum“. Sie arbeitet im Amt für
Soziales und Seniorinnen im Landkreis Hildesheim im Fachbereich Strukturplanung Senior*innen.
Vortrag 3: Lihui Yin: „Digitale Transformation der häuslichen Altenpflege im ländlichen Raum“
Lihui Yin ist Doktorandin im Promotionskolleg New Public Health Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention im Lebenslauf, Institut für Gerontologie (IfG), Universität Vechta. Sie
forscht zur digitalen Transformation der häuslichen Altenpflege im ländlichen Raum.
Cluster 2: Theater, Spiel und Kulturgeragogik in der Pflege
Donnerstag, 12. November 2026, 15:00–16:30 Uhr
Zum Cluster:
Theater- und Spielformen sowie kulturgeragogische Konzepte sind Eckpfeiler ganzheitlicher Pflege älterer Menschen. Das Modell des homo ludens steht als Resonanzraum für andere Care-Beziehungsweisen und das Potenzial, neue Gemeinschaftserfahrungen zu erzeugen und Spielregeln experimentell zu de- und rekonstruieren, zu reflektieren, zu justieren oder transgressiv zu überschreiten (Rehner, 2023, S. 77).
Leitfragen: Wie können Pflegeverhältnisse durch kunsttherapeutische Ansätze sozial-transformiert werden? Wie können Kulturwissenschaft sowie Kunst- und Theaterpädagogik interdisziplinär auf die Care-Krise antworten? Wie verhalten sich kunsttherapeutische Ansätze zu ökonomischen und medizinisch-pflegerischen Rationalitäten – als Ergänzung, Korrektiv oder Gegenentwurf?
Vortrag 1: Dr.in Miriam Haller: „Viel mehr als ein ‚Nice to have‘ – Kulturgeragogik und Pflege. Soziale Innovation für das Altern und Critical Cultural Care and Ageing Literacy aus kulturgeragogischer Perspektive“
Dr.in phil. Miriam Haller ist Bildungs- und Kulturwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Alter(n). Studium der Germanistik, Erziehungswissenschaft, Geschichte und Philosophie in
Marburg und Köln, von 1997–2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität zu Köln, dort Dozentin für Geragogik und Erwachsenenbildung, zuletzt Akademische Rätin und Leiterin des Centers for Aging Studies (CEfAS) der Universität zu Köln sowie der Koordinierungsstelle Wissenschaft + Öffentlichkeit mit den Arbeitsschwerpunkten Kinder- und Junioruniversität sowie Gasthörer- und Seniorenstudium. Seit 2019 verantwortet sie beim Kompetenzzentrum für Kulturelle Bildung im Alter und inklusive Kultur (kubia) den Bereich Forschung. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschriften Kulturräume+ und ProAlter.
Vortrag 2: Dr. Christian Stein: „Virtual Reality-Spiele für Bewohner*innen von Alten- und Pflegeheimen: Das Beispiel Exgavine von gamelab.berlin“
Christian Stein ist Co-Head von gamelab.berlin. Er studierte Germanistik und Informatik. Seine Promotion erfolgte in der Literaturwissenschaft. Seitdem ist Stein im Grenzgebiet zwischen Geistes- und Technikwissenschaften tätig. Er ist beschäftigt am Exzellenzcluster Matters of Activity und leitet dort u. a. das Projekt Object Space Agency. Im Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung (bis 2019) hatte er die Funktion der Schwerpunktleitung des 6 Projekte umfassenden Schwerpunkts Architekturen des Wissens inne. Stein ist Mitgründer des gamelab.berlin, das sich mit dem Spiel als Kulturtechnik auseinandersetzt. Im Rahmen dessen hat er sich auf die Entwicklung von Spiele-Prototypen im Bereich Museen und Medizin fokussiert.
Vortrag 3: Dr.in Jessica Höhn: „Theater als relationale Praxis im Pflegealltag: Erfahrungen aus der kontinuierlichen Arbeit mit Menschen mit Demenz“
Dr.in Jessica Höhn ist Dipl.-Sozialpädagogin und Theaterpädagogin (BuT) mit einem Masterabschluss in Kultur, Ästhetik und Medien. Als freischaffende Künstlerin arbeitete sie insbesondere mit älteren Menschen und Menschen mit Demenz, unter anderem mit dem Theaterlabel „Demenzionen“ und dem Seniorentheaterensemble „Silberdisteln“. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „TiP.DE – Theater in der Pflege von Menschen mit Demenz“ an der Hochschule Osnabrück und arbeitet aktuell im Sozialen Dienst einer Pflegeeinrichtung. Sie lehrt an Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen, unter anderem im Zertifikatskurs Kulturgeragogik, und ist Autorin mehrerer Fachbücher zu Theater, Kultureller Bildung und Alter. Sie engagiert sich im geschäftsführenden Vorstand des Bundesverbands Theaterpädagogik (BuT) und im Beirat des Fachverbands Kunst- und Kulturgeragogik.
Cluster 3: Strukturveränderungen durch innovative Lösungsansätze in der Pflege
Freitag, 13. November 2026, 10:30–12:00 Uhr
Zum Cluster:
In diesem Cluster stehen sozial-innovative Strukturveränderungen und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsrealität in der Altenpflege im Zentrum. Diskutiert werden technische und soziale Innovationen sowie daraus folgende Transformationsprozesse der Pflegearbeit. Ziel sind menschenzentrierte, entlastende Arbeits- und Organisationsmodelle unter Einbezug politischer Steuerung, institutioneller Verantwortung und fachlicher Perspektiven.
Leitfragen: Welche Gestaltungsmöglichkeiten bieten solche Transformationsprozesse? Wie kann Arbeit in der Altenhilfe unter Bedingungen wie Pflegefachkräftemangel gestaltet werden? Warum setzen sich bekannte, gut begründete Arbeitsmodelle nicht flächendeckend durch – und was sagt das über das Arbeitssystem der Pflege?
Vortragsdauer: 20 Minuten Vortrag + 10 Minuten Diskussion
Vortrag 1: Katharina Hast/Noah Belew: „Finanzierung als Arbeitszeitregime: Wie die Krankenhaus- und Pflegefinanzierung eine Vier-Tage-Woche mit Lohnausgleich in Deutschland begrenzt oder ermöglicht“
Die Vier-Tage-Woche wird zunehmend als Ansatz diskutiert, um Fachkräfte im Gesundheits- und Pflegesektor zu gewinnen sowie Beschäftigte zu entlasten. Ihre Umsetzung hängt jedoch wesentlich von den bestehenden Finanzierungsstrukturen ab. Der Beitrag vergleicht die Finanzierung von Krankenhäusern und stationärer Langzeitpflege in Deutschland und untersucht, welche finanziellen Spielräume und Restriktionen für eine Vier-Tage-Woche mit Lohnausgleich bestehen.
Katharina Hast, M.A., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationssoziologie an der Fakultät Sozialwissenschaften der Technischen Universität Dortmund. Sie promoviert über die Vier-Tage-Woche im Gesundheitswesen, mit besonderem Fokus auf die Auswirkungen betrieblicher Maßnahmen auf Mitarbeitende sowie soziale und organisationale Innovationen im Krankenhaus.
Noah Belew studiert im Bachelor Soziologie an der TU Dortmund und arbeitet als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationssoziologie.
Vortrag 2: Sophie Kaiser: „Miteinander, untereinander“ – Change Laboratories als Räume expansiven Lernens in Pflegeteams
Sophie Kaiser ist akademische Mitarbeiterin am Institut für Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der beruflichen Bildung sowie der Personal- und Organisationsentwicklung, insbesondere im Gesundheitswesen. Sie befasst sich mit kompetenzorientierter Personalentwicklung, Interaktionsarbeit, partizipativer Team- und Organisationsentwicklung sowie digital und KI-gestützten Lernprozessen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie berufliches Lernen mit Veränderungsprozessen in Organisationen verbunden werden kann. Im Tagungsbeitrag gibt sie Einblick in ihre Promotionsstudie: Change Laboratories als Ansatz, kollektive Lern- und Transformationsprozesse in Pflegeteams anzustoßen und zu untersuchen.
Die Cluster-Übersicht zum Download
- CLUSTER_NachwuchswissenschaftlerInnentagung.pdf PDF (88 KB)





