„Wege aus der Care Krise: Innovationen. Transformationen. Relationen“
Der demografische Wandel stellt die öffentliche Daseinsvorsorge vor vielseitige Herausforderungen. Von besonderer Bedeutung ist die Entwicklung adäquater Versorgungskonzepte für ältere Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf, um den steigenden Care-Bedarf der nächsten Jahrzehnte decken zu können. Innovative Versorgungskonzepte bieten Lösungsansätze für die pflegerische Versorgung und soziale Betreuung pflegebedürftiger Menschen. Auf der Tagung soll die Frage diskutiert, wie Pflege (zukünftig) gestaltet werden soll. Dabei sind innovative Konzepte der pflegerischen Versorgung, der sozialen Betreuung und der Arbeitsreorganisation in der Pflege zentral.
Sehr geehrte Kolleg:innen,
wir freuen uns, Sie zur (Nachwuchs)wissenschaftler:innentagung „Wege aus der Care Krise: Innovationen. Transformationen. Relationen“ einzuladen, die am 12. und 13. November 2026 in der Sozial­forschungs­stelle Dortmund stattfindet.
Begrüßung durch Prof. Dr. Jürgen Howaldt von der Sozial­forschungs­stelle Dortmund
Keynote-Speaker: Prof. Dr. Hermann Brandenburg von der Universität Witten/Herdecke und Prof. (em.) Dr. Frank Schulz-Nieswandt von der Universität zu Köln.
Die Tagung bringt (Nachwuchs)wissenschaftler:innen und etablierte Forschende zusammen, die sich den drängenden Fragen der Langzeitpflege und der öffentlichen Daseinsvorsorge in einer alternden Gesellschaft widmen.
Das von Stipendiat:innen der Hans-Böckler-Stiftung aufgegriffene Thema spiegelt eine Zeit des tiefgreifenden Wandels wider, in der Pflege organisiert, bewertet und erbracht wird. Der demografische Wandel setzt bestehende Strukturen unter Druck, während innovative Konzepte der pflegerischen Versorgung, der sozialen Betreuung und der Arbeitsorganisation neue Wege für die pflegerische Versorgung eröffnen. Doch grundlegende Fragen bleiben bestehen: Wann wird eine Neuerung zur echten sozialen Innovation und an welchen normativen Maßstäben muss sie sich messen lassen? Warum scheitern gute Ideen so oft in der Praxis und welche Rolle spielen Management und institutionelle Rahmenbedingungen? Die Tagung bietet ein Forum, um zu diskutieren, wie Pflege in diesem sich wandelnden Umfeld nachhaltiger, gerechter und effektiver gestaltet werden kann und schlägt dabei eine Brücke zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis.
Wir freuen uns darauf, Sie in Dortmund begrüßen zu dürfen.
Julius Wiegand (TU Dortmund), Svenja Wirries (TU Dortmund) und Benjamin Trilling (RUB)
Nachwuchstagung 2026
Wege aus der Care Krise: Innovationen. Transformationen. Relationen
Thema:
Innovative Handlungsmöglichkeiten für die Pflege
Keynote-Speaker:
Prof. (em.) Dr. Hermann Brandenburg, Universität Witten/Herdecke
Prof. (em.) Dr. Frank Schulz-Nieswandt, Universität zu Köln
Wann?
12. und 13. November 2026
Wo?
Sozial­forschungs­stelle Dortmund
Technische Universität Dortmund
Evinger Platz 17
44339 Dortmund
Anmeldung:
per E-Mail unter: benjamin.trilling@rub.de
(Bitte geben Sie Ihren Namen und Ihre institutionelle Zugehörigkeit an.)
Die Teilnahme ist kostenlos
Nachfolgend finden Sie das Programm
Nachwuchstagung der Hans-Böckler-Stiftung
Wege aus der Care-Krise.
Innovationen. Transformationen. Relationen
Begrüßung durch Prof. Dr. Jürgen Howaldt von der Sozial­forschungs­stelle Dortmund
In seinem Begrüßungsvortrag wird Jürgen Howaldt die Entwicklung des Forschungsthemas „Soziale Innovation“ an der Sozial­forschungs­stelle darstellen. Dabei wird er sowohl auf die Bedeutung des Themas für die sozialökologische Transformation auf gesellschaftlicher Ebene wie auch auf deren Rolle bei der Gestaltung organisatorischer Veränderungsprozesse eingehen.

Keynote von Prof. Dr. Hermann Brandenburg (Universität Witten/Herdecke)
Innovationen in der (stationären) Langzeitpflege
Warum gelingen Innovationen in der Pflege so selten, obwohl der Bedarf riesig ist? Der Vortrag skizziert den Wandel vom Korporatismus zur Ökonomisierung in den Heimen und unterscheidet zwei Innovationsbegriffe: einen wertneutralen und einen normativen. Am Beispiel des schwierigen Paradigmenwechsels hin zu einer aktivierend-rehaorientierten Pflege macht er die praktischen Fallstricke deutlich. Ergänzt wird das durch Einblicke in ein kürzlich abgeschlossenes DFG-Projekt, das die Rolle des Managements in den Blick nimmt. Einige Erkenntnisse sind ermutigend; mehrere sind es nicht.

Keynote von Prof. (em.) Dr. Frank Schulz-Nieswandt (Universität zu Köln)
Indexbildung zur Messung der Innovativität sozialer Innovationen als Instrument Kritischer Theorie
Die Innovativität sozialer Innovationen erschöpft sich nicht darin, etwas Neues auf den Markt zu bringen. Es bedarf einen normativen Maßstab, wann Neuerungen zum sozialen Fortschritt eines guten Lebens beitragen. Kritische Theorie ist eine in diesem Sinne eine normative Vermessung der sozialen Wirklichkeit. Konkrete Index-Entwicklung des KDA/DHW (Kuratorium Deutsche Altershilfe und Stiftung Deutsches Hilfswerk der deutschen Fernsehlotterie) und der Sächsischen Generationenagentur des SNL werden in ihrer epistemischen Struktur vorgestellt.

Überblick Cluster:
Cluster 1: Innovative Lösungsansätze für pflegerische Versorgungsstrukturen im ländlichen Raum
Vortrag 1: Nina Faltermayr: „Refiguration ländlicher Räume durch Caring Communities“
Vortrag 2: Anja Becker: Lamspringer Modell „Präventionslots*innen für ältere Menschen im ländlichen Raum“
Vortrag 3: Lihui Yin: Digitale Transformation der häuslichen Altenpflege im ländlichen Raum
Cluster 2: Theater, Spiel und Kulturgeragogik in der Pflege
- Vortrag 1: Dr.in Miriam Haller: „Viel mehr als ein ‚Nice to have‘ – Kulturgeragogik und Pflege. Soziale Innovation für das Altern und Critical Cultural Care and Ageing Literacy aus kulturgeragogischer Perspektive“
- Vortrag 2: Dr. Christian Stein: „Virtual Reality-Spiele für Bewohner*innen von Alten- und Pflegeheimen: Das Beispiel Exgavine von gamelab.berlin“
- Vortrag 3: Dr.in Jessica Höhn: „Theater als relationale Praxis im Pflegealltag: Erfahrungen aus der kontinuierlichen Arbeit mit Menschen mit Demenz“
Cluster 3: Strukturveränderungen durch innovative Lösungsansätze in der Pflege
- Vortrag 1: Katherina Hast/Noah Belew: „Finanzierung als Arbeitszeitregime: Wie die Krankenhaus- und Pflegefinanzierung auf eine Vier-Tage-Woche mit Lohnausgleich in Deutschland begrenzen oder ermöglichen“
- Vortrag 2: Sophie Kaiser: „Miteinander, untereinander“ – Change Laboratories als Räume expansiven Lernens in Pflegeteams“
- Vortrag 3: Wolfram Gießler: “Die Wirkungen von Dirty Work auf die Reorganisation der Pflege”
Podiumsdiskussion:
- Innovation in der Pflege – gut erforscht, schlecht umgesetzt? Politik, Kommunen und Wissenschaft im Dialog
(mit Jun.-Prof. Dr. Andreas Bischof (TU Chemnitz) Dr. Albert Kern (BMG), Friederike Scholz (Deutscher Städtetag), moderiert von Julius Wiegand)
Nachwuchskolloquium: Beiträge von Nachwuchswissenschaftler:innen kurz vor oder am Anfang der Promotion
Die Nachwuchswissenschaftlertagung wird organisiert von Stipendiat:innen des Promotionskollegs 055 „Neue Herausforderungen für Alternde Gesellschaften“ der Hans-Böckler-Stiftung und unterstützt von der Sozial­forschungs­stelle und TU Dortmund.
Organisationskomitee:
Julius Wiegand, Sozial­forschungs­stelle TU Dortmund
Svenja Wirries, TU Dortmund
Benjamin Trilling, RUB





