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Fakultät Sozialwissenschaften

sfs-Beteiligung am 43. DGS-Kongress an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Collage aus zwei Fotos: Lisa-Marian Schmidt und Christine Best während ihrer Vorträge © Lisa-Marian Schmidt; Holly Patch​/​TU Dortmund
Vom 28. bis 02.10.26 fand der 43. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz statt. Rund 2300 Teilnehmende nahmen dieses Jahr an dem Kongress teil. Sowohl Koordinatorin und sfs-Wissenschaftlerin Dr. Lisa-Marian Schmidt als auch sfs-Wissenschaftlerin Christine Best stellten ihre Qualifizierungsvorhaben im Rahmen des Kongresses vor.

Im Rahmen der Sektionsveranstaltung der Land-, Agrar- und Ernährungssoziologie zu „Digitalen Foodscapes“ präsentierte Dr. Lisa-Marian Schmidt Ausschnitte aus Ihrem Habilitationsprojekt. Unter dem Titel „Genusswelten? Digitale Subjektivierungen im Lebensmittelhandwerk“ wurden erste Ergebnisse der empirischen Arbeit zum Konditorei- und Winzergewerk erläutert und zur Diskussion gestellt. Es zeigt sich, dass die digitale Subjektivierung ein fragmentiertes und in Schichten sich konstituierendes Netz aus Bildern, Texten und numerischen Objekten ist. Konditor*innen inszenieren sich darin und damit als „Künstler des Genusses“, während Winzer*innen vornehmlich die traditionellen Produktionsbedingungen der „händischen Arbeit an und mit der Natur“ als zentralen Identitätsaspekt thematisieren.

Christine Best nahm an der von Dr. Corinna Schmechel (Universität Göttingen) organisierten AdHoc-Gruppe zur soziologischen Menstrualitätsforschung teil und stellte dort Teilergebnisse ihres laufenden Dissertationsvorhabens vor, das an der Schnittstelle von Geschlechter- und Arbeitssoziologie angesiedelt ist und von Prof.in Dr.in Mona Motakef an der TU Dortmund betreut wird. In ihrem Vortrag mit dem Titel „„Ich quäle mich dann da durch und versuche das irgendwie durchzuziehen“ – Empirische Schlaglichter aus einer qualitativen Untersuchung zur (Un-)Sichtbarmachung von Menstrualität in der Arbeitswelt“ präsentierte Christine Best die vorläufige Rekonstruktion eines Einzelfalls, die einer Physiotherapeutin. Die Fallrekonstruktion verdeutlicht, dass der Umgang mit Menstrualität im Arbeitskontext in diesem Fall von Scham, Tabu und Unsichtbarmachung geprägt ist. Die Physiotherapeutin muss dabei in strukturellen Paradoxien agieren, die ihr eigenes Erleben marginalisieren und in denen sie zudem die sie umgebenden nicht-sorgenden Arbeitsbedingungen (re-)produziert. 

Die sozialwissenschaftliche Menstrualitätsforschung ist im deutschsprachigen Raum ein noch junges Forschungsfeld. Insbesondere Bezüge zur Arbeits- und Industrieforschung sind rar. An der AdHoc-Gruppe war reges Interesse zu vernehmen, sodass sowohl zur Sichtbarkeit als auch zur Vernetzung im deutschsprachigen Forschungsfeld beigetragen werden konnte.