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Fakultät Sozialwissenschaften

Exzellent-Preis für „Arbeiten – wie ich es will!“

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Gruppenfoto von acht Personen. Zwei Personen halten eine gerahmte Urkunde. © sfs
Mit den "exzellent"-Preisen zeichnet die Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM) jährlich Projekte aus, die Teilhabe an Bildung und Arbeitsleben für Menschen mit Behinderungen in innovativer Weise ermöglichen. Nun wurde das Projekt "Arbeiten – wie ich es will!" des Essener Franz-Sales Haus, der Sozial­forschungs­stelle, der FH Münster und des Fraunhofer FIT mit dem exzellent-Preis im Rahmen der "You Can!" Messe in Leipzig ausgezeichnet.

„Dieser Preis ist eine Ehrung für fünf Jahre Forschung und Entwicklung eines großen Teams“, freut sich Projektleiter Vertr.-Prof. PD Dr. Bastian Pelka. Er leitet die sozialwissenschaftlichen Projektanteile des Gesamtprojektes. Dazu forscht an der Sozial­forschungs­stelle ein siebenköpfiges Team zur Frage, wie sich Innovationen in die berufliche Orientierung behinderter Menschen integrieren lassen. Das Ziel besserer Arbeitsmarktteilhabe war nun Anlass für die Preisverleihung. 

Vor über 1.000 Gäste*innen in den Leipziger Messehallen begründete die Laudatorin Dr. Irmgard Plößl die Entscheidung der Jury: „Mit dem partizipativen Ansatz des Projektes wurden Menschen mit Behinderungen von Anfang an eingebunden. So trägt das Projekt dazu bei, die Chancen Künstlicher Intelligenz für Menschen mit Behinderungen nutzbar zu machen. Zugleich schafft das Projekt eine große Nähe zum allgemeinen Arbeitsmarkt und ist auf andere Einrichtungen übertragbar. Besonders ausschlaggebend für die Auszeichnung waren die starke Personenzentrierung sowie die Förderung von Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit“.

Im Projekt „Arbeiten – wie ich es will“, gefördert mit Mitteln des Ausgleichsfonds Schwerbehindertenabgabe, wird ein KI-gestütztes Tool zur eigenständigen beruflichen Orientierung von Menschen mit Behinderungen erstellt. Das Ziel ist, dass sich die Nutzenden selber über eigenen Stärken, den Arbeitsmarkt sowie berufliche Möglichkeiten und Anforderungen informieren können. Das technische Tool ist in einen sozialen Nutzungskontext eingebunden, den Fachkräfte, Unternehmen oder Angehörige nutzen können, um die Verwendung des Tools durch Menschen mit Behinderungen zu fördern. Dazu erarbeitet das Team der Sozial­forschungs­stelle Begleitmaterialien für alle Zielgruppen. 

Das Projekt wird durch das Franz-Sales-Haus (Essen) geleitet und in Kooperation mit der Münster School of Design, dem Fraunhofer FIT und der Sozial­forschungs­stelle der TU Dortmund umgesetzt.

Bei der Preisübergabe wurde dem Projekt durch zahlreiche Praktiker*innen, Betroffenenvertretenden sowie die anwesende Politik viel Anerkennung entgegengebracht: Staatssekretärin Leonie Gebers (BMAS) sowie die sächsische Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Petra Köpping, gratulierten.

In einem separaten Workshop diskutierte das Team der Sozial­forschungs­stelle, vertreten durch Vertr.-Prof. Dr. Bastian Pelka, Dr. Ann Christin Schulz, Daniel Krüger und Lisa Preissner, mit zahlreichen Praxisvertreter*innen, wie das Tool in der Praxis eingebettet werden muss und was es für die erfolgreiche berufliche Orientierung von Menschen mit Behinderungen braucht. Durch die Diskussion konnte das Team eine Vielzahl an praktischen Impulsen für die nun anstehende Gestaltung des Begleitmaterials sammeln und sammelte damit auch wichtige Anregungen für das Begleitmaterial.

Das Projekt „Arbeiten – wie ich es will!“ wird gefördert durch den Ausgleichsfonds Schwerbehindertenabgabe, Fördervolumen: 5,9 Mill EUR.