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Fakultät Sozialwissenschaften

Neue Publikation der „Beiträge aus der Forschung“ zu offenen Fragen in der Debatte um Industrie 4.0 und Industry 5.0.

Cover des Bands 226 der Reihe Beiträge aus der Forschung © sfs
Abbildung des Deckblatts der Publikation
Der soziotechnische Ansatz der Arbeitsgestaltung gilt als Voraussetzung für die Umsetzung menschenzentrierter und effizienter Arbeitsformen. Aus diesem Grund beziehen sich die bekannten Konzepte der industriellen Modernisierung Industrie 4.0 und Industrie 5.0 auf diesen Ansatz, wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise. Angesichts des krisenbedingten Wandels der Industrie ist die zukünftige Relevanz dieser Konzepte und das Ziel einer menschenorientierten Arbeitsgestaltung jedoch ungewiss.

Dieser englischsprachige Aufsatz von Hartmut Hirsch-Kreinsen untersucht die Herausforderungen der soziotechnischen Arbeitsgestaltung in der aktuellen Phase des industriellen Wandels. Er zeigt auf, wie diese Herausforderungen innerhalb der Konzepte von Industrie 4.0 und Industrie 5.0 unterschiedlich angegangen werden. Trotz dieser Unterschiede wird argumentiert, dass beide Visionen auf dem soziotechnischen Ansatz zur Gestaltung menschenzentrierter Arbeit basieren. Es wird gezeigt, dass dieser Ansatz eine ganze Reihe von Möglichkeiten für die Gestaltung menschenzentrierter Arbeit bietet. Kritisch wird jedoch angemerkt, dass der soziotechnische Systemansatz aus soziologischer Sicht als zu vereinfachend kritisiert wird. Denn er konzentriert sich ausschließlich auf den unmittelbaren Arbeitsprozess und den „Container” eines einzelnen Unternehmens. Er übersieht dabei strukturelle Arbeitsbedingungen, die darüber hinausgehen und einen nachhaltigen Einfluss auf die soziotechnische Gestaltung von Arbeit haben. Dies wird im Kontext des aktuellen industriellen Wandels besonders deutlich. Aufgrund dieser Situation kann die politische Zukunft der Debatte über die soziotechnische Gestaltung der Arbeit sowie die Konzepte von Industrie 4.0 und 5.0 im Allgemeinen als höchst ungewiss angesehen werden. Angesichts der krisenhaften Herausforderungen des industriellen Wandels ist davon auszugehen, dass die Debatte über menschenzentrierte Arbeit und die Konzepte von Industrie 4.0 und Industrie 5.0 ihre derzeitige politische Relevanz verlieren werden.

Zur digitalen Ausgabe des Bands 226 der Beiträge aus der Forschung