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Ko­ope­ra­ti­on Wis­sen­schaft Arbeitswelt

Die Arbeiten des Forschungsbereichs be­fas­sen sich mit The­men der Arbeitswelt. Die Aktivitäten sind kooperativ angelegt, d.h. Akteur:innen aus der Praxis wer­den möglichst weitgehend in Forschungsprozesse, Ver­an­stal­tun­gen und Work­shops eingebunden, sodass wissenschaftliches und praktisches Wissen zusammengeführt wird. In der Ko­ope­ra­ti­on soll praxistaugliches Wissen zur Gestaltung einer menschengerechten Arbeitswelt ent­ste­hen, das zugleich zur wis­sen­schaft­lichen Dis­kus­si­on beitragen kann. Im Rah­men der aka­de­mischen Lehre wer­den den Stu­die­ren­den nicht nur Kennt­nisse aus der Ar­beits- und Industriesoziologie, sondern auch ein Ver­ständ­nis für die Arbeitswelt, die sie tragenden Institutionen und ih­re Akteur:innen vermittelt.

Anknüpfend an die Arbeiten der ehemaligen Kooperationsstelle Wis­sen­schaft – Arbeitswelt sind die Forschungen auf drei Schwer­punkte ausgerichtet:

  1. Mitbestimmung und Interessenvertretung
  2. Soziale Beziehungen im Betrieb
  3. Neue Formen der Be­schäf­ti­gung im regionalen Strukturwandel

1. Mitbestimmung und Interessenvertretung

Die zentrale Forschungsfrage in diesem Schwer­punkt lautet: Wie be­tei­li­gen sich Arbeitnehmer:innen an unternehmenspolitischen Ent­schei­dun­gen, was steht dem entgegen, wie kann Mitbestimmung im Hinblick auf Wirtschaftsdemokratie ausgebaut wer­den? Im Einzelnen geht es um

  • Betriebs-/Personalräte als Sozialstruktur (informelle Hierarchien, Leitbilder, interaktionistische Formen der Ent­schei­dungs­fin­dung)
  • spontane und institutionalisierte Partizipation der Be­schäf­tig­ten im Betrieb
  • die Ar­beit von Betriebs-/Personalräten und anderer Gremien der institutionalisierten betrieblichen Interessenvertretung, auch im Hinblick auf in­ter­na­ti­o­na­le Ent­wick­lungen z.B. im Rah­men europäischer Betriebsräte
  • die Ent­wick­lung der Unternehmensmitbestimmung (unter be­son­de­rer Be­rück­sich­ti­gung der Montanmitbestimmung)
  • die Ent­wick­lung des Tarifsystems, der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände (Industrielle Beziehungen), auch im Hinblick auf in­ter­na­ti­o­na­le Zu­sam­men­arbeit
  • die Be­tei­li­gung von Arbeitnehmervertreter:innen an Institutionen der Arbeitswelt (Ar­beits- und Sozialgerichtsbarkeit, Arbeitsagentur, Sozialversicherungen)
  • die Be­tei­li­gung institutionalisierter Arbeitnehmervertretungen bei Invention und Diffusion sozialer Innovationen
  • die Ent­wick­lung internationaler Institutionen der Arbeitswelt, ins­be­son­de­re in der Euro­päi­schen Un­ion
  • Mög­lich­keiten und Grenzen von Wirtschaftsdemokratie

Ausgewählte Publikationen

  • Jens Maylandt: Amtswechsel im Gremium, in: Gute Ar­beit, Heft 3/2021, S. 8-11
  • Jens Maylandt: Nachfolgeplanung und Übergangsgestaltung im Betriebsrat. Vorgehensweisen und Einflussfaktoren, hg. von der Hans-Böckler-Stiftung (Study Nr. 448), Düsseldorf 2020
  • Jens Maylandt: Wichtig für die Nachfolgeplanung, in: Arbeitsrecht im Betrieb, Heft 4/2020, S. 14-16
  • Jens Maylandt: Beteiligungsorientiertes Betriebsratshandeln als Modell für die Zukunft – Ein Einschub mit Beispielen aus der Empirie, in: Georg, Arno; Guhlemann, Kerstin; Peter, Gerd ; (Hrsg.): Humanisierung der Ar­beit 4.0, Hamburg 2020, S. 165-177
  • Olaf Katenkamp / Uwe Dechmann / Kerstin Guhlemann / Jens Maylandt / Christina Meyn / Helmut Martens / Arno Georg / Gerd Peter: Betriebsratshandeln zwischen Prävention und In­no­va­ti­on. Eine empirische Bestandsaufnahme der aktuellen Anwendungspraxis der §§ 90/91 in Restrukturierungsprozessen, hg. von der Hans-Böckler-Stiftung (Study Nr. 379), Düsseldorf 2018

2. Soziale Beziehungen im Betrieb

Die zentrale Forschungsfrage in diesem Schwer­punkt lautet: Wie ge­stal­ten sich soziale Beziehungen im kapitalistischen Betrieb zu einer Sozialordnung, wie kön­nen die Beziehungen im Sinne menschengerechter Ar­beit gestaltet wer­den? Im Einzelnen geht es um

  • formale und informelle Beziehungen
  • Ko­ope­ra­ti­on und Konkurrenz
  • Kollegialität und Solidarität
  • Autorität und Herrschaft, führen und geführt wer­den
  • Leistung und Entlohnung
  • Interaktionsarbeit
  • moralische Fragen von Gerechtigkeit, Respekt und Wertschätzung
  • Betriebsklima und Unter­neh­mens­kul­tur
  • Partizipation und Mitbestimmung

Ausgewählte Publikationen

  • Klaus Kock / Edelgard Kutzner: Solidarität im Arbeitsalltag in: WSI-Mitteilungen, Heft 5/2020, Seite 327 - 334
  • Klaus Kock / Edelgard Kutzner: Ar­beit als kollegiales Handeln. Praktiken von Solidarität und Konkurrenz am Arbeitsplatz, in: Industrielle Beziehungen, Heft 4/2018, S. 446-468
  • An­dre­as Flüchter / Klaus Kock / Bettina Lange / Philipp Renz: Gute Ar­beit mit Kundschaft. Eine empirische Un­ter­su­chung über An­for­de­run­gen und Praktiken interaktiver Dienstleistungsarbeit, sfs Beiträge aus der For­schung Band 200, Dort­mund 2018
  • Klaus Kock / Edelgard Kutzner: „Das ist ein Geben und Nehmen“. Eine empirische Un­ter­su­chung über Betriebsklima, Reziprozität und gute Ar­beit; For­schung aus der Hans-Böckler-Stiftung Bd. 162, Berlin 2014

3. Neue Formen der Be­schäf­ti­gung im regionalen Strukturwandel

Die zentrale Forschungsfrage in diesem Schwer­punkt lautet: Wie wer­den Beschäftigungsverhältnisse gesellschaftlich reguliert, wel­che regionalen Besonderheiten zei­gen sich dabei, wie kön­nen neue Formen der Be­schäf­ti­gung im Sinne menschengerechter Ar­beit reguliert wer­den? Im Einzelnen geht es um

  • Erosion des Normalarbeitsverhältnisses, Prekarität
  • Teilzeit- und geringfügige Be­schäf­ti­gung
  • Werkverträge, Leiharbeit, selbständige Ar­beit
  • Crowd- und Cloudworking
  • Home­office und mobiles Arbeiten
  • Erwerbs- und Reproduktionsarbeit, Work-Life-Balance
  • Arbeitsmarktsegregation (nach Ge­schlecht, Herkunft, Alter)
  • Tertiarisierung, Ent­wick­lung von (neuen) Dienstleistungstätigkeiten

Ausgewählte Publikationen

  • Klaus Boeckmann: Darf's ein bisschen mehr sein? Die Beschäftigungsentwicklung in Dort­mund im Über­gang zum gesetzlichen Mindestlohn, sfs Beiträge aus der For­schung, Band 194, Dort­mund 2016
  • Alexander Graetz, Sven Kathöfer, Klaus Kock: Einstweilig nicht im Ruhestand. Eine empirische Studie über Motive und Hin­ter­grün­de von Erwerbsarbeit jenseits der Altersgrenze, sfs Beiträge aus der For­schung, Band 178, Dort­mund 2010
  • Klaus Kock: Prekäre Be­schäf­ti­gung und lokale Gewerkschaftsarbeit. Eine Fallstudie aus dem Ruhr­gebiet, sfs Beiträge aus der For­schung, Band 168, Dort­mund 2009
  • Klaus Kock (Hg.): Der Preis der Freiheit. Solo-Selbständige zwischen Vermarktung, Pro­fes­sio­na­li­sie­rung und Solidarisierung, sfs Beiträge aus der For­schung, Band 164, Dort­mund 2008

Team

  • Iris Kastel-Driller, Sachbearbeiterin
  • Dr. Klaus Kock, wiss. Mit­ar­bei­ter, Koordinator
  • Jens Maylandt, wiss. Mit­ar­bei­ter
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Anfahrt & Lageplan

Anreise mit öf­fent­lichen Verkehrsmitteln

Vom Hauptbahnhof Dort­mund mit der Stadtbahn U 41 (Rich­tung Brambauer / Brechten) bis zur Haltestelle Zeche Minister Stein fahren. In Fahrtrichtung der Stadtbahn rechts liegt das Zen­trum Minister Stein.

Einen Übersichtsplan finden Sie hier.